Monatsarchiv: Januar 2012

Is it „enough“ to have a good life?


Quelle

“Love one person, take care of them until you die. You know, raise kids. Have a good life. Be a good friend. And try to be completely who you are. And figure out what you personally love. And like go after it with everything you’ve got no matter how much it takes.”
― Angelina Jolie

Etwas hat sich verändert. Ganz langsam.

Früher habe ich mir gewünscht, die Welt zu verändern oder zumindest etwas zu hinterlassen, wenn ich sie verlasse. Später wollte ich ein wildes Leben führen, alles voll auskosten und mich hineinstürzen. Liebe und Schmerz in vollen Zügen, viele Tattoos, in die weite Welt auswandern, Hals über Kopf heiraten, Rock’n Roll, mit Risiko leben.

Wenn ich heute an meine Zukunft denke, wünsche ich mir eine beständige Beziehung, einen Partner, mit dem ich das Leben meistere und den ich lange Jahre lieben kann. Vielleicht auch heiraten, wenn wir uns über Jahre zusammen erprobt haben. Ich möchte Kinder und ich wünsche mir sehr, dass sie gesund sind. Ein Haus in einer ruhigeren Gegend wäre schön, die nächste große Stadt nicht weit entfernt. Von mir aus auch ein Gartenzaun. Ein Beruf, der mich nicht zu sehr frustriert und von dem wir gut leben können. Ich möchte Patentante der Kinder meiner besten Freunde werden und selbst eine gute Freundin sein. Gesundheit oder zumindest keine schwereren Krankheiten. Das wäre mein Glück.

Hätte ich das hier vor einigen Jahren gelesen, hätte ich angewidert die Nase gerümpft. Spießig und auch noch ein Gartenzaun? Was ist an diesem Leben bitte abenteuerlich, wie soll man sich an dich erinnern können? Wo ist der Mut?

Ich weiß nicht, wann das passiert ist, dass ich mir all das „Normale“ so sehr wünsche, dass mich der Gedanke an dieses Leben mit Zufriedenheit  erfüllt. Natürlich bin ich immer noch für viel Unvernünftiges zu haben, ich trinke gerne, habe denselben Humor und die gleichen alternativen Freunde wie früher, möchte um die Welt reisen und würde mich nicht als langweilig beschreiben.  Ich werde bestimmt niemals eine dieser „Muttis“, die nur noch über die neuesten Kinderwagen und ersten Pupser ihrer Kinder reden. Ich mag  nach wie vor Rock’n Roll, fühle mich von kaputten Menschen angezogen und ich habe Träume. Und einer davon ist eben, ein ganz normales Leben ohne sonderlich viel Dramatik zu führen. Ich möchte nicht mit 30 Jahren in einem Hotelzimmer nach einem Drogencocktail sterben, schön und jung. Ich will auch nicht auf den Mount Everest steigen oder diese selbstzerstörerische Liebe, die einen vollkommen aufzehrt und einen sich verlieren lässt.

Ist es nicht heutzutage Herausforderung genug, eine stabile Beziehung mit gegenseitiger Liebe zu führen oder seinen Job 20 Jahre ohne Burnout zu behalten? Ist es nichts das Abenteuerlichste der Welt, ein Kind durch sein Leben zu begleiten und ihm die Welt zu zeigen? Das Schöne und das Hässliche, die Gefahr und die Sicherheit? Gibt uns das Leben nicht schon genug Hürden?

Vielleicht bin ich auch mit allem anderen überfordert, das mag sein. Das mir nichts anderes übrig bleibt, als ein stinknormales Leben zu führen. Ich nun mal weder ein Rockstar, noch die Muse eines Künstlers oder Extremsportlerin bin. Ich werde nicht die Welt verändern. (Bin ich ein schlechter Mensch deswegen, weil ich das gar nicht mehr anstrebe?)

Aber wenn das so wäre, wenn das alles bloß eine Notlösung wäre,  würde ich doch nicht diese Zufriedenheit spüren, wenn ich mir die Zukunft ausmale. Habe ich mich so verändert? Oder ist das dieses berühmte Erwachsenwerden? Was auch immer diese Wünsche nach einem stabilen, bodenständigem Leben in mir auslöst: Danke, es tut gut.

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Together we will live forever.

 

Ein Stück, geschrieben vom wunderbaren Clint Mansell für den Film „The Fountain“. Seit ich es zum ersten Mal gehört habe, möchte ich diesen Film sehen. Da mir aber schon bei der Melodie ab 3:00 die Tränen über Wangen fließen, habe ich es bisher aufgeschoben.

Wenn es jemanden interessiert: