…und One Tree Hill.

Ich bin momentan in einer komischen Phase, hänge in der Schwebe. Meinen Bachelor habe ich nun abgeschlossen, das Ergebnis der Bachelorarbeit war… hervorragend, wunderbar und sehr erleichternd. Es hat sich also doch alles gelohnt und ich bin stolz darauf.                                                                                          In wenigen Wochen geht es sofort mit dem Master weiter, diesmal warten Hauptseminare statt Proseminaren auf mich. Der Stundenplan wird – im Gegensatz zum letzten Semester – gefüllt bis zum Platzen sein. Ich werde vermutlich morgens früher aufstehen, weitaus weniger Alkohol trinken (was meiner Leber gut tun wird *hüstl*) und beschäftigter sein. In letzter Zeit hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Ich rase durch mein Studium, zielorientiert, auch wenn ich mich zwischen durch oft genug gehen lasse auf diversen Partys und alkoholgetränkten DVD-Abend mit unglaublich sclechten Filmen (was den Alkoholkonsum erklärt). Ich habe…wie soll ich sagen..das Gefühl, dass irgendetwas dabei auf der Strecke bleibt. Alles ist so vorhersehbar. In zwei Jahren werde ich vermutlich meinen Masterabschluss haben und mit 24 Jahren ins Referendariat starten. Andere haben sich ihr Jahr in Neuseeland, Australien, Irland oder sonstwo geleistet – ich hab alles schnurstracks durchgezogen. Teils, weil ich meine Eltern nicht finanziell belasten wollte, teils weil ich es mir und meinem Heimweh nicht zutraute, im Ausland zu leben. Teils auch, weil ich fertig werden will mit dem Studium – nicht, weil ich das Studentenleben nicht liebe, um Gottes Willen – aber ich möchte gerne endlich Geld verdienen. Nicht immer ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir DVDs oder massenhaft Bücher kaufe oder gar in den Urlaub fahre. Sicherlich ist Geld nicht alles, aber es ist auch nicht unwichtig für das Wohlbefinden.
Und ich möchte wieder lieben. Es wird Zeit. Eine Freundin von mir bekommt nun mit 24 ihr ersten Baby, ungeplant aber sehr erwünscht. Sie zieht ihr Studium nebenher grandios durch, arbeitet an der Uni als Hiwi undbetreut auch noch ein behindertes Mädchen. Sie und ihr Freund sind glücklich, leben alternativ, fahren mit ihrem VW-Bus zwei Wochen nach Slowenien in die Pampa, obwohl sie im achten Monat schwanger ist. Wenn ich das mit meinem Leben vergleiche… naja, lassen wir das.

Nebenher schaue ich mal wieder One Tree Hill. Meine beste Freundin hat vor Monaten damit angefangen und ist mittlerweile bei Staffel 4. Ich schaue natürlich mit und erlebe alles nochmal von Beginn an. Neue Dinge fallen mir auf, ich achte noch mehr auf die wundervolle Musik als beim ersten Sehen. One Tree Hill ist in dieser Hinsicht einfach ungaublich. Dass Led Zeppelin es dieser Serie erlaubt haben, einen Song von ihnen („Babe I’m gonna leave you“) zu verwenden, sagt schon alles. Meine One Tree Hill-Playlist bei Spotify auch.
Ich erlebe erneut, wie Nathan zum Vater und guten Menschen wird, ärgere mich wieder darüber, dass Lucas so schnell von Brooke zu Peyton übergeht (das wird seiner ach-so-großen-Liebe zu Brooke einfach nicht gerecht), trauere um Keith, bewundere Brooke für ihre Stärke, werde gerührt von Peytons Trauer um ihre Mom, bin zwiegespalten, was Haley angeht und hasse/liebe Dan noch wie beim ersten Mal. Ich weine um Jimmy Edwards  („God Bless The Child“ von Michelle Featherstone werde ich für immer mit dieser großartigen und erschütternden Folge verbinden). Ich vergöttere Rachels Haare. Ich liebe es, was Musik, Kunst und Literatur für die Charaktere bedeuten und entdecke mich selbst darin, dass ich schreien möchte: „It sucks always being the footnote in someone else’s love story!“ (Oh, Brooke. An deiner Stelle hätte ich nie verzeihen können. Wo ich dabei bin: Wisst ihr eigentlich wie schwer es ist, zu verzeihen? Nicht zu verbittern, wenn jemand anderes gewählt wird? Jemand anderem Platz zu machen, auch wenn man so gerne an dessen Stelle wäre? Ich finde diesen Zug an anderen Menschen so bewundernswert, weil ich darin so schlecht bin.)             Jedenfalls bin ich sehr dankbar für diese Serie, sie gibt mir so viel mehr als es O.C. California je konnte (ich bringe den Vergleich, weil jeder diese beiden Serien miteinander vergleicht). Sie ist echter und tiefgründiger und schmerzerfüllter. Und voller Musik, die entdeckt werden will.  Ich brauchte damals ein paar Folgen, um süchtig zu werden, aber dann schlichen sich die Jugendlichen und Erwachsenen aus Tree Hill in mein Herz – und blieben dort.

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2 Antworten zu “…und One Tree Hill.

  1. Baby I’m gonna leave you … mein absoluter Lieblingssong, den ich durch diese wundervolle Serie kennenlernen durfte 🙂
    Du sprichst mir mal wieder aus der Seele!

  2. Ich muss dir echt mal ein riesengroßes kompliment machen! für deinen blog und ganz besonders für diesen post.
    ich finde deine posts toll, erfrischend, anders, mal zum lachen, mal machen sie mich nachdenklich.
    und gerade mit diesem post sprichst du mir echt mal wieder aus der seele.

    was das studium betrifft, gehts mir ähnlich wie dir – bin auch von semester zu semester gerast und stehe kurz vor dem ende, sofern die hürde masterarbeit mal genommen wird. einerseis bin ich froh, wenn es vorüber ist und ich endlich geld verdienen kann. andererseits genieße ich auch die vielen vorzüge des student-seins und glaube, dass ich es ganz schön vermissen werde. auch das dengelten-auf-der-tasche-liegen-gefühl kenn ich nur allzu gut. und was das reisen betrifft – auch mich haben immer irgendwelche gründe davon abgehalten, einfach mal alles sein zu lassen und wegzugehn. aber der plan steht. nach dem uniabschluss. 😉

    auch onetreehill hat mich wieder voll und ganz in seinen bann gezogen, nachdem ich einer freundin davon erzählt hab, musst ich auch wieder von vorne anfangen. und noch nie hab ich bei einer serie so derart mitgefiebert und mich hinein gesteigert.

    “It sucks always being the footnote in someone else’s love story!” – ohne worte. ja, auch das gefühl kenn ich leider nur allzu gut. dann zu sehen, wie du einfach eingetauscht wirst (bzw. oft kann man es nicht mal „eingetauscht werden“ nennen, da du nie wirlklich „genommen“ wurdest, aber dennoch da warst) kann mehr als hart sein. so eine situation hat mir dann mal gezeigt, dass man einfach sagen soll, was einen bewegt und welche gefühle man hat, denn sonst passiert so etwas.
    verzeihen ist manchmal schwer, aber manchmal kommts dann eben auch ganz anders als man denkt und das „tauschobjekt“ kann zu einer super freundin werden. hätt ich allerdings auch nie gedacht. 😉

    und was die musik in OTH betrifft – mehr in mein herz zu schleichen geht nicht 🙂

    das musste ich jetzt einfach los werden.
    finde deine posts spitze, keep it up! 🙂

    lg,

    Bianca
    http://www.wanderlustblog.me

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